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Sonntag, 26. April 2015

Nara - Wo Reh und Mensch sich gute Nacht sagen

Vor einigen Tagen habe ich einen freien Tag genutzt und bin mit der Bahn raus ins grüne gefahren: nach Nara.
Wenn man es zusammen fassen müsste, dann ist Nara für drei Dinge berühmt.
1. Vor Kyoto war es einmal die Hauptstadt Japans.
2. In einem der Tempel steht ein sehr großer, der alter Buddah.
3. Es laufen überall Rehe herum.

Müsste man es noch weiter zusammen fassen, dann wäre es lediglich:
Es gibt viele Rehe.

Um ehrlich zu sein, habe ich von den anderen beiden Sachen erst aus meinem Reiseführer während der Fahrt nach Nara erfahren.
(Man merkt, gut vorbereitet sein ist ein muss bei mir ;) )
Nun meinem Reiseführer nach, war Nara damals als Hauptstadt eine blühende Metropole und die erste Stadt, die wir heute als "japanisch" beschreiben würden.
Es herrschte damals eine große Förderung der Religionen, sowohl des Shintoismus als auch des Buddhismus und überall wurden Tempel und schreine eröffnet.
Alles blühte und gedeihte und die Menschen waren glücklich.
Und die Priester waren glücklich.
Und die Priester wurden immer einflussreicher.
Und ein Priester versuchte den Kaiser zu stürzen.
Und der Kaiser war sauer.
Und die Hauptstadt zog nach Kyoto um, um etwas Abstand zwischen Religion und Staat zu bringen.
So die Geschichte.
Das es in Kyoto danach ebenfalls große und berühmte Tempel gebaut wurden, wird hierbei nicht berücksichtigt. Auch nicht, dass der Kaiser quasi das Oberhaupt des shintoistischen Glaubens ist und "Abstand" nicht wirklich möglich ist.
Aber naja, Geschichte, sie muss nicht immer Sinn machen, nicht wahr?

Die Geschichte des Buddahs hingegen, ist weniger "dramatisch".
Irgendwann hat irgendwer entschieden, er möchte gerne einen Buddah aus Bronze herstellen und hat angefangen ihn zu planen. Irgendwann hat er es versucht und noch mal versucht und noch mal versucht, bis der Abguss irgendwann stabil genug war.
Als er damals fertig gestellt war und geweiht werden sollte, kamen angeblich Herrscher von überall um dabei zu sein. Unteranderem China, Korea und Indien!
Der Legende nach sollte es nämlich besonders viel Glück bringen.
Ob es irgendeinem der Herrscher wirklich geholfen hat, wurde leider nicht übermittelt, aber es war wohl das Fest des Jahres, wenn nicht sogar des Jahrzehntes.
Auch heute soll er noch Glück bringen und sogar einem Platz im Himmel reservieren, wenn man es schafft sich durch ein Loch zu quetschen.
Von den originalen 15m Höhe, fehlt heute allerdings angeblich etwas, aber genaues kann ich dazu nicht sagen. Ich war nämlich nicht da.
Es gibt in Fukuoka ein Equivalent zu diesem Buddah, nur lediglich aus Holz und man muss einen goldenen Ring in einem dunklen Gang finden, um in den Himmel zu kommen, was ich gemacht habe. Also habe ich mich dafür entschieden mich nicht, mit den anderen Touristenmassen herum zu ärgern und habe mir lieber Kasuga Taisha angesehen.
Kasuga Taisha ist der wichtigste Schrein in Nara und noch heute schickt der Kaiser von Japan einen Boten zu wichtigen Zeremonien.
Aber abgesehen davon muss ich sagen: er ist auch einfach wunderschön.
Er ist berühmt für seine Steinlaternen die entlang des Weges aufgereiht stehen und einen wunderschönen malerischen Anblick ergeben.


Dazu kommen die vielen Blumen und der "Blauregen" (Übersetzung laut Google, eng.: "Wisteria") insbesondere.



Aber sein wir ehrlich auch Kasuga Taisha, kann die eigentliche Atraktion nicht toppen.
Rehe sind heilige Tiere und dürfen daher nicht getötet oder anderweitig Schaden nehmen. Sie haben also im Grunde genommen Narrenfreiheit, wie die Kühe in Indien und geniesen diese in vollen Zügen.
Die Rehe sind überall und sind zu dem Werbegag schlechthin geworden. Nara hat ein eigenes Reh-Maskottchen, dass es in sämtlichen Farben und Größen zu kaufen gibt und selbst die Tempel und Schreine sind auf den Zug mit aufgesprungen und verkaufen Reh-Glücksbringer.


Zusätzlich gibt es an jeder Ecke, die Möglichkeit Rehfutter zu kaufen. Man braucht es zwar nicht umbedingt um die Rehe an zu locken (die kommen von ganz alleine), aber wenn man es gutes Foto mit ihnen machen will, dann hat man ein besseres Argument um sie zum bleiben zu überreden. ;)





P.S.: Ich habe Clarissa versprochen, den Rehen ein Küsschen von ihr zu geben und ich SCHWÖRE ich habe es getan! Aber meine Angst, das sie mir dabei in die Nase beisen war zu groß um sie aus den Augen zu lassen, damit war es leider ein bisschen kompliziert davon ein Beweisfoto zu machen... ABER ich habe ein Foto wie Moomin einem Reh ein Küssen gibt, dass ist doch auch schon Mal etwas!

Sonntag, 12. April 2015

Himeji - The Kimono incident

oder F**K OFF! Ich schick doch ein Päckchen!

Wie einige von euch vielleicht wissen, ist eins der Dinge über die ich mich bei dieser Reise wirklich gefreut habe, die zwei Koffer Freigepäck. Das und das ich diesmal generell mehr Budget haben werde als vor fünf Jahren und deswegen mehr einkaufen / reisen kann.
Das und die zwei Koffer und ich war sicher, dass ich mir diesmal kein Päckchen schicken muss.
Wie sagt man so schön? Da habe ich die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht.
Oder die Wirtin... oder schlicht, mich selbst...
Oh und ohne China...

Aber zurück zum Thema. Himeji.
Am Wochenende habe ich mit meinen beiden Österreicherinnen einen Ausflug nach Himeji gemacht. Himeji ist eine kleine Stadt in der nähe von Osaka (ca. eine Stunde von Umeda entfernt) und besonders berühmt für sein Schloss. Laut Reiseführer und einigen Japanern die ich so kenne, angeblich das schönste Schloss Japans. Noch dazu wurde es gerade renoviert und ist erst seit März wieder für die Öffentlichkeit zugänglich.
Außerdem gibt es in Himeji auch noch die Filmstädte, wo sie unter anderem The last samurai gedreht haben, aber da die etwas außerhalb liegt und wir es zeitlich nicht hin geschafft haben, sei das nur am Rande erwähnt.

Allerdings muss ich sagen, rückblickend betrachtet, hätte ich lieber die Filmstädte als das Schloss gesehen.
Naja von außen schon, aber das wir zwei Stunden (!!) angestanden haben


nur um rein zu kommen und uns drinnen dann mit den selben Pappnasen weiter durch zu drängeln, das hätten wir uns sparen können.

 
Besonders weil (spoiler!), das scheiß Ding LEER ist!
Komplett, absolut leer...
Ich mein, ja, ich weiß, in Japan gab es früher nicht wirklich Möbel, aber man hätte doch wenigstens die Möbel die es gab, aufbauen können. Und wenn es requisiten sind.
Oder eine kleine Ausstellung, wer wie wann warum dort geherrscht hat. Oder von mir aus eine über die Renovierung des Schlosses, auf die sie ja so stolz sind.
Aber einfach nur sieben Stockwerke lang ein leeres Gebäude vor zu zeigen und dafür auch noch Eintritt zu verlangen, ist echt hart.
Es gibt am Eingang zwar ein kleines Pamphlet in dem einige Informationen stehen, aber irgendwie ist das auch nicht genug...
Zum Beispiel steht da drin, das die einzigen zwei Toiletten der ganzen Anlage im Hauptgebäude sind, es allerdings keinerlei anzeichen gibt das diese jeh benutzen wurden.
Was sie statt dessen benutzt haben?
Keine Ahnung, die Antwort stand nicht im Pamphlet.
Warum ich euch davon jetzt kein Foto zeige?
Nun, liebe Freunde, weil dies natürlich einer der Räume war die man nicht besichtigen konnte.
Es wäre ja auch eine Schande gewesen, wenn ich auf diesem Rundgang etwas anderes gesehen hätte, als hübsche leere Räume.
Wobei, lasst uns nicht übertreiben, etwas anderes gab es zu sehen.
Vor, ich glaube ca. 100 Jahren (oder mehr, ich bin zu faul nach zu lesen), wurde einer der Schreine von außen in das oberste Stockwerk verlegt.
Du wirst also, sieben Stockwerke lang, die Treppen immer weiter nach oben gescheucht, nur um, oben angekommen, einen winzigen Schrein zu sehen, der nicht größer war als unser Esszimmertisch. Und wegen der Menschenmassen hatte man genau zwei Sekunden um Geld rein zu werfen, kurz zu klatschen und dann den Weg nach unten wieder an zu treten.


uiiiii toll...
Um fair zu bleiben, das Gebäude ist hübsch. Es ist schnee weiß, mit schwarzen Umrandungen und alles in allem sieht es aus wie gemalt.


Aber den Eintritt hätten wir uns wirklich schenken können.
So, warum also war der Trip trotzdem ein so großer Erfolg, obwohl die Hauptatraktion so ein großer Reinfall war?
Der Grund dafür, lag vor dem Schloss. Auf einem Platz auf dem ein Flohmarkt stattfand.
Lasst mich euch unseren Fehler in einem kleinem Dialog näher bringen:

Melli: "Die Kisten auf dem Boden dort sehen interessant aus, was da wohl drinne ist?"
Ich: "Lass uns doch nachsehen, Zeit haben wir."
Melli: "Oh! Kimonos! Wie viel die wohl kosten?"
Ich: "Lass uns doch nachfragen, fragen kostet nichts und dann wissen wir es."

Ich zur Verkäuferin: "Entschuldigung, wieviel kosten diese Kimonos?"
Verkäuferin: "Oh diese dort? Die sind leider ein bisschen teuer..."
allgemein deprimierende Gesichter
"... aber ich habe noch diese hier, die kosten nur 100 Yen!"
And we were DOOMED!



Für die jenigen von euch die es nicht wissen, 100 Yen sind ca. 80 cent...
Ich wiederhole, 80 cent!
Kommentar meiner Mutter: "Also hast du jetzt einen Kimono." (Feststellung, keine Frage)
Meine Antwort: "Einen oder zwei oder drei, wo ist da der Unterschied?"


Und das bringt uns zurück zum Anfang, in dem ich erklärt habe: Ich glaube ich muss jetzt doch ein Päckchen nach Hause schicken.
Yaaaaaaaay....
Naja, noch ist es noch nicht ganz so weit. Wer weiß? Vielleicht kauf ich auch einfach ab jetzt nichts mehr ein. *fängt manisch an zu kichern* Ja genau, dass ist der Plan! *kichert immer noch*

Abgesehen davon übrigens haben wir in Himeji auch noch Katzen gestreichelt



und ein Ninja Partfait gegessen,




weil: AWESOME!

Aber das nur so am Rand ;)

Donnerstag, 2. April 2015

Beijing, Beijing, Beijing, Fazit, Fazit, Fazit!

Die Stadt:
Ich mag Peking mehr als Shanghai. Ich kann nicht genau sagen warum. Vielleicht liegt es an meinem unterschwelligen: "Mammi!! Shanghai war gemein zu mir! T__T".
Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich durch Lilla in Peking eine Führerin hatte und ich mich dadurch wesentlich weniger verlaufen habe. Wer weiß.
Ich bilde mir auch ein, dass die Menschen in Peking prinzipiell ein bisschen netter waren. Wenn es auch nur diese einfachen Dinge waren, wie: einen Schritt zur Seite zu gehen, wenn ich versuche meinen großen Koffer aus der Bahn zu hiefen.
Nicht das sie Hilfe angeboten hätten, aber zumindest musste ich nicht gegen sie ankämpfen und das ist doch schon einmal etwas, oder?
Abgesehen davon ist es interessant zu beobachten, dass Shanghai und Peking anscheinend unterschiedliche Arten von Ausländern anziehen.
Shanghai ist gerade modern für all jene die reich und berühmt sind oder es werden wollen. Wer nach Peking geht, hat meist einen anderen ansporn.
Um ein Zitat aus meiner Partynacht am Samstag an zu bringen: "Selbst die Franzosen sind cool in Peking."
Und das will was heißen ;)
Auch Peking ist nicht perfekt. Die Ausgangspläne in der U-Bahn haben sehr selten englische Beschriftungen, geschweige denn irgendwo sonst. Auch der Smog ist nichts was man unterschätzen sollte.
Seitdem sie zum Asiengipfel letztes Jahr künstlich den Smog entfernt haben, ist es zwar angeblich nicht mehr so schlimm wie früher, aber das heißt noch lange nicht, dass die Werte der Stadt sehr gesund für irgendjemanden wären.

Das Hostel:
Mein Hostel war diesmal sehr zentral gelegen. Für ca. 5,50€ die Nacht habe ich in einem gemischten Schlafsaal geschlafen. Das Gebäude des Hostels ist ein altes Houton Haus, eins der traditionellen Häuser in China, in denen früher mehrere Familien zusammen unter einem Dach gelebt haben. Dabei waren die Bereiche nicht nach Familien, sondern nach Generationen geteilt. Die Kinder schliefen in dem einem Bereich, die Eltern in dem anderen, die Großeltern wieder woanders und die Bediensteten hatten einen abgesonderten hinteren Bereich. Das coole an meinem Hostel war, dass es direkt in der Innenstadt lag und damit in 5min Laufentfernung zu verbotenen Stadt (auch wenn mir das auch nicht viel geholfen hat...). Aber auch andere Sehenswürdigkeiten waren so leicht zu erreichen. Und als es am Mittwoch unmenschlich früh auf dem Weg zum Flughafen ging, konnte ich mir ein  Taxi zum Airportexpress für 3,50€ nehmen. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen :D
Zudem waren die Angestellten nett und haben mir sogar geholfen etwas im Internet zu bestellen. Wobei ich ihnen sogar das Geld in bar geben konnte und sie haben es dann für mich bezahlt. Ziemlich cooler service!
Leider habe ich anscheinend kein einziges Foto im Hostel gemacht, außer das eine Mal als ich mir Abends einen Burger geleistet habe, aber der war gut!



Das "Land"
Wenn ich die vergangenen drei Städte einer Rangliste zuordnen müsste, so wäre Hongkong definitiv auf Platz 1, Peking auf Platz 2 und Shanghai auf Platz 3.
Hongkong hat seinen Weg zwischen alt und neu beriets gefunden. Es gibt die ruhigereren traditionellen Ecken und trotzdem ist die Stadt nie sehr weit weg.
Shanghai ist auf dem Weg, ein Hongkong zu werden, aber ihm fehlt noch einiges der Touristenfreundlichkeit die man in Hongkong überall findet.
Außerdem ist es wesentlich weniger grün, aber dafür um einiges mehr bunt und leuchtend und selbst wer nichts von Architektur versteht, wie ich, ist fasziniert von den retrofuturistischen Bauten ( ;) ).
Peking ist die Stadt, die sich wohl das Meiste ihrer  Geschichte erhalten hat und damit mit ihren Tempel und Parkanlagen auch noch viel grün in mitten der Großstadt.
Der gesammte innere Ring besteht in vielen Fällen noch aus traditionellen chinesischen Häusern, den Houtons und erhalten damit den speziellen Flair der Stadt.
Aber auch Peking verändert sich rasant und wird immer moderner.
Meine Freundin erzählte mir, dass bei ihrem ersten Besuch vor fünf Jahren in Peking, gab es lediglich zwei U-Bahn-Linien, heute sind es 15!
"Die Partei" ist in beiden Städten überall präsent, sei es auf sämtlichen Geldscheinen oder an jeden Touristenshop an dem man irgendwas mit Maos Gesicht drauf kaufen kann.
In Peking kann man außerdem seine ausgestellte Mumie besichtigen, was ich aus stillem Protest, jedoch verweigert habe.
Ich habe das Land mit gemischten Gefühlen verlassen. Einerseits fand ich es sehr interessant und ich würde gerne einmal wieder kommen (und vllt. doch noch die verbotene Stadt sehen) andererseits habe ich bei soetwas immer ein mieses Gefühl in der Magengegend, dass mir so gar nicht gefallen will...

Mittwoch, 1. April 2015

PEK Tag 2/3&4: eine Kurzfassung

Tut mir leid für die Verspätung Leute!
Ich war die letzte Woche so müde, das ich Abends direkt über  meinem Laptop eingeschlafen bin.
Dazu noch der "Umzug" von China nach Japan und die ersten Arbeitstage und ihr könnt euch vorstellen wie fertig ich am Ende der Woche war...
Am Freitag bin ich beinahe am Arbeitsplatz eingeschlafen... Zum Glück hat es keiner gemerkt, denn das würde so gar nicht gut ankommen.
Da ich euch aber nicht die "Happy Adventures of me in Beijing" vorenthalten möchte, hier eine Grobe Zusammenfassung der Dinge die ich gesehen oder auch nicht gesehen habe (ja, die sind auch wichtig).

Der Sommerpalast:
Den Sonntag habe ich relativ entspannt auf dem Gelände des Sommerpalastes verbracht.
Ein großer See, schönes Wetter, ein Haufen Touristen und ein Berg der bezwungen werden wollte.


Was will man eigentlich mehr?
Naja, auf den Berg hätte ich verzichten können, aber die Aussicht war schön und oben habe ich meine Postkarten gekauft, also... war es das wert? Vielleicht?


Es gab auf jeden Fall auch ein paar schöne Buddah zu sehen, die waren auf jeden Fall gut.



Der Himmelstempel:


Noch eine dieser wunderschönen Parkanlagen in mitten der Stadt. Jeh nachdem ob man nur den Park betreten möchte oder auch die Tempel von nahem sehen will, zahlt man unterschiedlichen Eintritt, was dazu führt, dass viele Pekinger regelmäßig am Wochenende oder den Nachmittagen hier an zu treffen sind.
Und sie sitzen hier nicht einfach nur rum. Sie haben große Boxen und Musik dabei und tanzen in kleinen Grüppchen!
Um einen kleinen amerikanischen Jungen zu zitieren: "Mom! MOM! They're having a DANCE-OFF!"

Aber die Hauptatraktion sind eigentlich die einzelnen Tempelgebäude. Hier hat der Kaiser unter anderem früher Tiere geopfert und Zeremonien durchgeführt.
In der Mitte des größten Altares in den jeh gesehen habe, befindet sich heute außerdem der geographische Mittelpunkt von Peking.


Sidestory: in der Zeit die ich brauchte um dieses Foto zu machen und wieder hin zu gehen um Moomin auf zu heben, hatte sich bereits ein älterer Chinesischer Mann ihn geschnappt und mit ihm auf seinem Foto posiert...
Nennt mich Spielverderber, aber ich persönlich finde das eher weniger cool.
Vorallem da bei solchen Aktionen mich eh immer alle Leute anstarren und wissen, dass er mir gehört. Er hätte wenigstens fragen können, aber das ist irgendwie eine typische Geschichte für chinesische Touristen in China.
Ohne verbittert klingen zu wollen, aber kackendreist trifft es ziemlich gut.

Die chinesische Mauer oder auch THE GREAT WALL:
Ich war müde, es hat geregnet und auch sonst war die Stimmung auf dem Hinweg nicht gerade prickelnd. So richtig schön: hunger, müde, pipi, kalt...
Und auch zu beginn vor Ort war die Stimmung erst mal nicht wirklich besser, da ich feststellen durfte, dass sämtliche Angaben zu Preisen die ich hatte, nicht der Wahrheit entsprachen...
Aber nachdem ich mich dafür entschieden hatte einfach die nächste gelegene Stelle hoch zu laufen und auf alles andere zu scheißen, war es einfach nur noch, toll.
Versteht mich nicht falsch, es hat immer noch geregnet, es war neblich und die Aussicht war mies, aber um meinen kleinen Bruder zu zitieren: es war mystisch.


Durch das miese Wetter war kaum sonst einer zusammen mit mir auf diesem Mauerabschnitt und es gab Phasen, da waren es nur, ich, die Mauer und Moomin und es war toll.
Ich weiß ich wiederhole mich, aber, dass war es nun mal!
Der Abschnitt der Mauer zu der ich gefahren bin heißt Badaling. Er ist ca. 3,7km lang und umfasst 16 Wachtürme.

Es gibt sicherlich einige Menschen die dort hin fahren und die gesammte Strecke ablaufen, ich allerdings hatte mir lediglich vorgenommen bis zu einem Wachturm und zurück zu kommen.
Was viele von euch eventuell nicht wissen, die Mauer ist nicht gerade...
Sie schlängelt sich "wie ein Drache" durch die Berge und der Weg auf ihr drauf besteht abwechselnt aus einfach nur steilen Wegen und vielen, vielen Treppen.


Da wir meine Abneigung zu Treppen bereits zu genüge besprochen haben, lasst mich euch nur eins sagen... es gab Teile an denen ich so halb auf allen vieren die Treppen hoch und auf dem Po wieder hinunter gerutscht bin.


Es war anstregend, ABER ich habe es bis zu meinem Wachturm geschafft!


Und das könnt ihr mir nicht madig machen!

Btw. Ich bin jetzt stolze Besitzerin eines T-Shirts mit der Aufschrift "I climed the great wall".
Noch so ein Vorteil bei schlechtem Wetter, die Verkäufer sind froh über jeden Kunden den sie kriegen können und lassen sehr leicht mit sich handeln.

Die verbotene Stadt:
Seit einigen Jahrzehnten ist die verbotene Stadt offen für Besucher, nur nicht für mich.
Ursprünglich wollte ich am Montag in die verbotene Stadt. Was ich allerdings nach über einer Stunde verwirrten hin und her laufens herrausgefunden habe? neue Öffnungszeiten... Montags ist ab jetzt immer geschlossen...
Ich habe DREI Reiseführer, das Internet, Lilla und die Leute in meinem Hostel gefragt und KEINER hat mir gesagt, dass sie Montags geschlossen ist, bzw. keiner WUSSTE es!
Lilla hat nach diesem Desaster bei sich in der Uni ihre Professoren gefragt und nicht einer von ihnen wusste etwas davon...
China... die Helden der Informationsweiterleitung.
Das Problem an dieser Stelle war außerdem das Dienstag mein letzter Tag war und ich für diesen den Trip zur Mauer eingeplant hatte und den wollte ich auf keinen Fall absagen!
also war der ultimative Plan: möglichst früh zur Mauer und danach direkt zur verbotenen Stadt in der Hoffnung eventuell noch rechtzeitig da zu sein um den aller letzten Einlass um 15:30Uhr mit zu machen...
Ich kam gerade am Ticketschalter angerannt, als sie die Jalousien runter gelassen haben...
Ein lautes TONK! und damit war es besiedelt, dass ich diese roten Mauern nicht von innen sehen werde...



Die anderen Dinge die man so sieht, oder auch: wie groß kann eine LEDs wirklich werden?
Beispeil Nr. 1:
Olympische Stadt:



Beispiel Nr. 2:
Der angeblich größte LED Bildschirm der Welt:

Sonntag, 29. März 2015

PEK Tag 1: die wichtigen Dinge


Bereits am Freitag bin ich von Shanghai nach Peking umgezogen, aber irgendwie bin ich seitdem noch nicht dazu gekommen hier ein bisschen mehr über die Stadt zu schreiben.
Die letzten 2 Tage habe ich mit Lilla, meiner Freundin aus Ungarn verbracht und versucht all die Dinge zu organisieren, die einfach besser laufen, wenn jemand fließend Chinesisch spricht.
Am ersten Abend allerdings haben wir erstmal nur den groben Schlachtplan entworfen und uns zusammen die Umgebung meines Hostels angesehen.
In die eine Richtung ist da nicht viel zu sehen, weil dort gleich die verbotene Stadt anfängt und die nur mit Eintrittskarte und zu normalen Öffnungszeiten zu begehen ist.
Aber in die andere Richtung, stößt man relativ schnell auf eine große Einkauftsstraße die sehr bekannt ist, die Wangfujing und alle großen wichtigen Marken vertreten sind. Im Grundegenommen wie die Nanjing Road in Shanghai nur eben in Peking.
Was die Nanjing Road allerdings nicht hatte, ist die Fressmeile der Wangfujing.
Hier konnte man alles kaufen was es kischeehaftes in Asien zu essen gibt, Spinnen, Kakerlacken, Skorpione,


Maden,


stinke Tofu, kleine Vögel,


und andere Interessante Dinge wie diesen dampfende Drink in dem Trockeneis lag.



Am nächsten Tag haben wir uns in der Nähe ihrer Uni mit einem chinesischen Freund von ihr getroffen um meine Probleme zu regeln.
Nummer eins auf dem Tagesplan: ein neues Handy.
Darf ich vorstellen, ich habe jetzt ein Lenovo A330e!


Es ist nicht das Beste, aber es kann das Nötigste und wenn ich in Japan bin, werde ich versuchen ein neues Betriebssystem rauf zu spielen, damit es aufhört mit mir Chinesisch zu sprechen ;)
Abgesehen davon sollte ich mich lieber nicht beschweren, es hat nur 299Yuan gekostet (45€) und es gab sogar noch eine chinesische SIM Karte mit Freiminuten/Internet oben drauf. Und ich muss sagen, so viele Probleme dieses Land mit seinem Internet hat, aber die Abdeckung des mobilen Netzes funktioniert hier ziemlich gut. Sogar in der Metro!
Ein Handy ist ja schön und gut, aber ohne die richtigen Apps kann ich damit auch nicht viel anfangen. Also ging es als nächstes zu LUSH, einer Ausländer Bar die gratis W-Lan mit VPN anbietet. Hier konnten wir auch endlich zu Nummer zwei auf unserer To-Do-Liste übergehen.
Ich musste ganz dringend Geld überweisen, wenn ich weiterhin in der Lage sein wollte Geld ab zu heben... All diese Probleme, die man auf einmal hat, wenn man sein Handy nicht mehr hat. Ja ich weiß ich hab gerade ein neues gekauft, aber es ist echt unmöglich wie viel von unserem Leben heute an diesen Dingern hängt!

Der letzte wichtige Punkt auf unserem Plan für heute, war die Kamera für meinen kleinen Bruder. Xiaomi eine ziemlich gute chinesische Firma, hat vor kurzem die Yi Action Camera rausgebracht, quasi eine GoPro nur um einiges billiger.
Somit laufe ich seit Hongkong in der Gegend rum und frage in jedem Elektronikshop, ob sie eventuell diese Kamera vorrätig haben.
Hier eine typische Unterhaltung:
ich: "Hallo, ich suche die Xiaomi Yi Kamera"
JEDER Chinese: "Xiaomi hat keine Kameras"
ich: "Doch, diese schon."
J. Ch.: "Nein, nein, Xiaomi hat nur Handys"
Nach langem hin und her habe ich sie jetzt mit hilfe meiner Freunde und meines Hostels online bestellt. Wenn alles klappt, kommt sie morgen :D

Für den Abend waren wir mit einigen anderen Ausländern in der hiesigen Partystraße "Sanlitun" verabredet.
Ursprünglich wollte ich nur auf ein paar Drinks bleiben und dann nach Hause wenn die Anderen noch tanzen gehen...
Problem? Die Bar in die wir gegangen sind hieß "Heavenly Supermarket". Anscheinend war es früher wirklich einmal ein Supermarkt, der sehr billig Alkohol verkauft hat. Mit der Zeit hat es sich dann eingebürgert, dass die Menschen dort nicht nur ihren Alkohol kauften, sondern ihn auch gleich tranken. Das wurden dann immer mehr und immer mehr und irgendwann wurden einige der Schränke gegen Tische und Stühle eingetauscht und mitlerweile kann man sogar Kleinigkeiten zu essen bestellen. Aber eins ist geblieben, man kann seinen Alkohol immer noch als ganze Flasche kaufen und es ist immer noch wirklich wirklich billig.
Lilla, Cassy und ich haben uns für ca. 15€ eine Flasche Gin und zwei Flaschen Sprite gekauft und den Eimer Eiswürfel gab es gratis oben drauf.


Betrunken wie ich danach war, war es relativ einfach mich dazu zu überreden, noch mit auf die Elektroparty ins "Lantern" zu gehen.


Aber ich bereue es nicht. Der Abend war noch sehr lustig und ich habe einige coole Menschen kennen gelernt. Plus: Es gab einen gratis Härtetest! Meine Knie haben es ziemlich gut überstanden mit mir ein paar Stunden über die Tanzfläche zu "hüpfen" ;)
Da es in Peking, wie anscheinend überall in China (und Japan) von 23-5Uhr keine U-Bahn gibt, mussten wir danach alle ein Taxi nach Hause nehmen. Aber ich hatte mir am morgen bereits vorsorglich einen Flyer meines Hostels eingesteckt und damit war es kein Problem zu erklären wo es hingehen sollte.
Zum Abschied hat einer von Lillas Freunden einer Straßenverkäuferin für jede von uns ein Blümchen abgekauft, was ich eine sehr süße Geste finde. Sie hat es sogar bis in mein Hostel geschafft und steht jetzt neben meinem Bett in einer Wasserflasche.

Samstag, 28. März 2015

Fazit Shanghai, Shanghai Fazit


Die Stadt:
Nachdem wir meine Beziehung zu Pudong an anderer Stelle bereits ausführlicher behandelt haben, möchte ich hier lieber über den allgemein Eindruck berichten.
Ohne mit Vorwürfen um mich werfen zu wollen, aber was als erstes auffiehl, nach dem Umzug von Hongkong nach Shanghai, war die allgemeine Unhöflichkeit. Da stehe ich, mit Koffer und großen Treckingrucksack an der U-Bahn Tür und möchte aussteigen und ich kann nicht, weil alle Menschen von außen versuchen sich rein zu quetschen.
Es ist eine Ellenbogen Mentalität, die sich auch durch den Rest der Stadt zieht. Versteht mich nicht falsch, es gibt auch einige Ausnahmen, wie die lieben Damen an der Rezeption in meinem Hostel oder die Mädels aus meinem Dorm und auch ein paar Fremde auf der Straße, aber überwiegend sind viele einfach nur Kackendreist.
Wenn du an einem Schalter anstehst, solltest du in Shanghai niemals Abstand halten. Was in Deutschland als höflich gilt um dem anderen nicht aufs Geld zu starren, ist hier das Symbol für Andere das du gar nicht wirklich anstehst.
Wenn man diese Regeln allerdings einmal für sich erkannt hat, wird das Leben einfacher.
Man muss einfach auch ein bisschen dreist sein. Dann höre ich halt zu, wie der Mann vorher seine Probleme dem Beamten erzählt, dann rolle ich halt jemanden meinen Koffer über den Fuß. Interessanterweise hat sicher darüber niemand beschwert.
Aber warum auch beschweren, wenn es doch nur das gewohnte Muster ist?

Auch abgesehen von den Menschen, ist Shanghai bei weitem nicht so Touristen freundlich wie Hongkong. Zwar gibt es auch hier überall WiFi der Regierung, allerdings muss man sich dafür mit seiner Handynummer registrieren und das funktioniert nur mit einer chinesischen SIM-Karte. Es gibt zwar auch immer noch andere WiFi wie in großen Shoppingcentern und Apple Stores in die man auch als Ausländer rein kommt, aber es ist doch sehr ärgerlich, da "iShanghai" wirklich überall vertreten ist.
Auch die U-Bahn ist noch nicht ganz auf dem Niveau von Hongkong. Es gibt zwar Karten die anzeigen, welcher Ausgang wohin führt, aber aus irgendeinem obskuren Grund, hängen die Meisten davon in den Bereich, dem man passiert, wenn man die U-Bahn schon verlassen hat und somit gar nicht mehr so viel Auswahl.
Und dann ist zu allem überfluss die Information auf der Karte auch noch in Chinesisch. Sehr hilfreich, wirklich...
Alles in allem fällt Shanghai in der Ausländerfreundlichkeit eher schlecht aus, was nicht behauptet das es eine schlechte Stadt ist.
Es gibt viel Geschichte und viele kleine interessante Ecken zu betrachten.
Ich mag Shanghai wirklich sehr. Sogar Pudong (oder zumindest die Skyline). Aber ich mag Hongkong einfach ein bisschen lieber.

Mein Hostel:
Mingtown oh Mingtown! Warum denn nur oh Mingtown!
Warum mussten sich unsere Wege trennen?


Nein jetzt mal im Ernst, mein Hostel in Shanghai? Total geil!
Abgesehen davon, dass ich bei den 4,50€ pro Tag nicht viel erwartet habe und es deswegen nur gut werden konnte. Die Räumlichkeiten wirken alle frisch, sauber und liebevoll eingerichtet. Es hat alles einen kleinen femininen Touch, aber das ist wohl nichts worüber ich mich jetzt beschweren würde. Die Zimmer bieten genug Platz um von jedem sein Zeug unter zu bringen und die Betten sind auch sehr groß.


Aber wie bei jeder großen Liebe, gibt es auch hier kleine Probleme wenn man genauer hinsieht. Die Matratzen der Betten sind so dünn, dass es sich schon fast so anfühlt, als würde man auf purem Holz schlafen. Ich bin generell mehr mals in der Nacht aufgewacht, weil mir irgendwas weh tat und ich mich umlegen musste...
Wenn ich hier länger bleiben müsste, würde ich definitiv nach einer Zusatzmatratze oder Decke fragen, aber für die paar Tage konnte man auch so überleben.
Die Andere Problemzose war die Dusche. Leider hat bei der Konstruktion jemand vergessen, dass man in eine Hosteldusche im Durchschnitt nicht nackt rennt, sondern Kleidung dabei hat, die auch am Besten nicht nass werden sollte. Der Einzige "sichere" Abstellplatz wäre draußen auf dem Gang gewesen, an dem jeder vorbei kommt.
Aber auch hierbei haben sich die unterschiedlichensten Lösungen gefunden.
Meine eine Mitbewohnerin zum Beispiel, hatte eine große schwarze Tüte in der sie alle ihre Sachen während des duschens unterbringen konnte.
Andere, wie ich, haben sich schlicht darauf beschränkt den Hahn und nicht nen Duschkopf zu benutzen. Dadurch wird das Duschen zwar unbequemer, aber man wird trotzdem sauber und das Wasser spritzt nicht so sehr, so das man imer noch Dinge mit hinein nehmen kann.
Und mein dritter Meckerpunkt: Auch sie wollten eine Deposit von 100Yuan. Ich habe ja nichts dagegen, wenn sie eine haben wollen, aber sagt das doch einfach vorher! Was ist daran so schwer?

Freitag, 27. März 2015

SH Tag 3: verschlossene Pilgerstättet

Heute hatte ich mir fest vorgenommen schlauer zu sein als gestern und einfach Metros und Taxis zu benutzen um mich nicht mehr ganz so sehr zu verlaufen wie gestern.
Sagen wir es so, es hat teilweiße funktioniert? Vielleicht? Ein bisschen?
Wenigstens habe ich heute rausgefunden, warum ich mich andauernt verlaufe!
Normalerweise hab ich nämlich nen ziemlich guten Orientierungssinn...
Das Problem ist meine Karte!
Ja, ja, Ausrede, ich weiß... Aber wirklich! Ich habe nämlich rausgefunden, dass fast jede Straße alle paar Querstraßen ihren Namen ändert. Problem: Meine Karte zeigt nur einen Namen an. Ich laufe also, auf der Suche nach einer bestimmten Straße, und sie kommt und kommt nicht. Die Folge: ich laufe in irgendeine andere Richtung weil ich denke ich bin falsch und merke erst ewigkeiten später, dass ich vor langer Zeit an meiner Straße vorbei gekommen bin.

Um dieses Problem nun zu umgehen, ging es heute zu allererst zum Jing'an Tempel, mit dem Taxi. Jing'an ist der Tempel der Ruhe und des Friedens.
Pah! Eher der Tempel des Kommerzes! Mein 5 Jahre alter Reiseführer, hat den Eintritt für diesen Tempel noch mit 5 Yuan (70cent) angegeben, heute lag er bei 50(!!!) Yuan. Ich habe mich in Budapest geweigert so viel Geld für eine Synnagoge aus zu geben, ich weigere mich hier, es in einen Tempel zu stecken.
50Yuan sind viel Geld!
Um den Tempel herum und auch unterhalb(!) des Tempels, ist eine große Shoppingstraße. Von Ruhe und Frieden, also wirklich nicht mehr so viel zu sehen.


Vom Jing'an Tempel ging es tiefer in die französische Konzession zu einer Kirche die mir empfohlen wurde. Blöd nur, dass sie zwischenzeitlich zu war und erst zum Gottesdienst um 18Uhr wieder geöffnet hätte. Außer, dass ich mich auf dem Weg dorthin mal wieder verlaufen habe, ist dazu so wirklich nicht viel mehr zu sagen. Wie in Deutschland, habe ich immer nach den hohen Kirchtürmen ausschau gehalten, aber im vergleich zu den restlichen Wolkenkratzern, fallen diese natürlich nicht wirklich auf...



Die Kirche war direkt neben der Diözese von Shanghai. Und ob es nun zusammen gehört oder nicht, aber davor standen eine Reihe wirklich hübscher wirklich teurer Autos im Parkverbot. Es hat eine ganz eigene Art von Genugtuung zu sehen wie ein Maserati einen Strafzettel bekommt. ;)


Nach den Buddhisten und den Christen ging es nun weiter zum Konfizius Tempel. Ratet mal was ich auf dem Weg schon wieder getan habe... richtig, mich verlaufen...
Aber wenigstens habe ich hier endlich den fehler in meiner Karte gefunden und festgestellt, dass einige Straßen auch einfach ganz fehlen. Laut meiner Karte hätte der Tempel also in der großen Parallelstraße sein müssen.
Bis ich nun also schlussendlich vorort war, geschah mir das Selbe wie in Hongkong, sie schlugen mir die Türen vor der Nase zu.


Wie sagt Konfuzius doch immer so schön? Ach fragt mich nicht, ich kann keins seiner Zitate.
Zwei Kirchen und ein Heiliger(?) später, fehlt nun nur noch eins um das Bild von China perfekt zu machen. Die Gründungsstätte der KPCh, der kommunistischen Partei China. Wie mir mein Reiseführer zu flüstert, wurde hier am 23.07.1921 die KPCh gegründet. Was wohl aber nicht ganz richtig ist. Angeblich gab es die Partei bereits seit 1920, aber da damals Mao noch kein Mitglied war, wird dieses Jahr geflissentlich ignoriert. Auch wurde an diesem Punkt in Shanghai gar nicht der Gründungsbeschluss zustande, da die Versammlung von der Polizei gestürmt wurde und die Mitglieder nur knapp entkamen. Aber die Partei will was die Partei will. Und wenn sie sagen am 23.7.1921 wurde hier die Partei gegründet, dann wurde sie das. PUNKT.
Da ich der Partei aber nicht umbedingt auch noch Geld zustecken möchte, habe ich mir den Entritt erspart und habe mir dieses Gebäude lieber nur von außen angesehen.



Vier Pilgerstätten, vier mal kein Eintritt. Und als wäre dies alles noch nicht genug, hatte es inzwischen zu regnen begonnen und die Taxis weigerten sich mich mit zu nehmen...
Entweder es war die falsche Richtung oder es war ihnen nicht weit weg genug oder sie waren eh gerade besetzt... Bis ich so schlussendlich zu Fuß Zuhause war, war ich von Kopf bis Fuß nass...
Zum Glück war es noch vor Mitternacht, so das es noch heißes Wasser zum duschen gab.
Jetzt sitze ich mit einigen anderen Ausländern zusammen in dem Café in meinem Hostel und sippe an meiner heißen Schokolade während wie über Gott und die Welt reden.
Morgen muss ich schon wieder um 7 aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein...
Peking! Mein letzter Stop vor Japan!

Mittwoch, 25. März 2015

SH Tag 2: Gestern neu, heute alt

Kennt ihr das, wenn ihr eigentlich richtig seit und eigentlich auch wisst das ihr richtig seit, denn irgendwann habt ihr euch ja aus einem bestimmten Grund für diesen Weg entschieden und dann auf einmal glaubt ihr seit Falsch und in die komplett andere Richtung lauft, nur um eine Stunde später zu merken, dass ihr nun falsch seit und vorher richtig wart? Nein? Nur ich? Ok...
Nicht ganz durch gesehen? Kein Problem... Dieser Satz war ungefähr so umständlich wie mein hin und her und im Kreis gelaufe heute den ganzen Tag.
Irgendwie konnte ich heute nicht einmal von einem Punkt zum Anderen gelangen, ohne mich zwischendurch "ein bisschen" zu verlaufen.
Was jetzt nicht umbedingt soooo schlimm ist, da ich auf diese Art heute kreuz und quer durch die Altstadt gelaufen bin und sie so ausführlich bewundern konnte.

 
Sie hat wirklich noch mal ein ganz anderes Flair als der Rest der Stadt und ich finde es schade, dass mein Reiseführer sagt, dass sie wohl auch in naher Zukuft Stück für Stück abgerissen werden soll um noch mehr Hochhäusern platz zu machen.
Ich mag Hochhäuser ja und ich mag den Retrofutoristischen Style der Hochhäuser hier in Shanghai, aber ein bisschen Charme darf man sich bei all der Modernität ruhig noch zugestehen.
In der Altstadt liegt unteranderem die Dongtai Road, die im Grunde genommen, aus einem langem Flohmarkt besteht. Ich habe jetzt Mitbringsel für meinen Vater und für beide Brüder.

Hey Lui! Kleiner Test ob du das hier liest: wenn du errätst was es ist, bekommst du einen Bonus ;)

Der Flohmarkt war echt wirklich cool und ich glaube, mein Vater könnte sich dort dumm und dusselig kaufen, wenn man ihn lassen würde. Gut, ich gebs zu, ich auch... aber dazu reicht leider mein Budget nicht aus. Einfach schon deshalb, weil sie mich sehen und mir gleich den dreifachen Preis aufquatschen wollen...



Mit ein bisschen handeln, konnte ich sie aber zumeist wenigstens auf einen Preis runter bekommen den ich mir leisten konnte/wollte. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass es nicht kaputt geht.
Zwischendurch habe ich übrigens zwei liebe Chinesinnen getroffen, die mich gefragt haben ob ich ein Foto von ihnen machen kann. Was ja prinzipiell kein Problem wäre, wenn sie es nicht auf chinesisch gefragt hätten. Wie sie mir danach erklärten, sehe ich anscheinend Chinesisch aus.
Öhm... ich glaube nicht? Ich sags ja, komische Chinesen...
Danch ging es mal wieder im zick-zack-Muster durch die Altstadt auf der Suche nach der "Shanghai Old Street" und theoretisch auch dem Yuyuan Garden.
Die Old Street hab ich dann übrigens sogar noch gefunden.


Da sie allerdings nicht aus einer Straße sondern aus mehreren Straßen und Seitenstraßen besteht, bin ich mir nicht sicher ob ich am falschen Ort für den Garten war oder ob das Tor dorthin einfach nur zu, weil es zu spät war. Ohne Handy/Uhr fehlt mir auch irgendwie das richtige Maß für Zeit bei solchen Dingen.
Die Old Street war allerdings ein Erlebnis für sich. So viele Massen an Touristen und dazugehörige Shops und Straßenverkäufer und noch ein paar mehr Touristen.
Aber wenigstens sind die Gebäude auf Alt-Chinesisch gemacht und sehen hübsch aus.



Im Moment sitze ich mal wieder in meinem Zimmer und versuche raus zu finden, wie ich doch endlich mal wieder diese Beiträge auch hochladen könnte.
Wenigstens bin ich heute mal früher wieder zurück, so das gerade auch meine Mitbewohnerinnen Zuhause sind und ich mich mit Ihnen unterhalten kann ;)
Es sind alles sher nette Mädchen, auch wenn nur eine von Ihnen fließend englisch spricht und leider keine von ihnen Ahnung von Proxys oder VPNs hat.


P.S.: Ich habe heute übrigens rausgefunden, dass es eine Internetseite gibt, auf der die chinesische Polizei gefundene Gegenstände postet. Mein Handy ist bisher noch nicht dabei, aber vllt. sollte ich in die Nanjing Road gehen und versuchen an das iPhone6 zu kommen, dass dort verloren wurde?