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Donnerstag, 2. April 2015

Beijing, Beijing, Beijing, Fazit, Fazit, Fazit!

Die Stadt:
Ich mag Peking mehr als Shanghai. Ich kann nicht genau sagen warum. Vielleicht liegt es an meinem unterschwelligen: "Mammi!! Shanghai war gemein zu mir! T__T".
Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass ich durch Lilla in Peking eine Führerin hatte und ich mich dadurch wesentlich weniger verlaufen habe. Wer weiß.
Ich bilde mir auch ein, dass die Menschen in Peking prinzipiell ein bisschen netter waren. Wenn es auch nur diese einfachen Dinge waren, wie: einen Schritt zur Seite zu gehen, wenn ich versuche meinen großen Koffer aus der Bahn zu hiefen.
Nicht das sie Hilfe angeboten hätten, aber zumindest musste ich nicht gegen sie ankämpfen und das ist doch schon einmal etwas, oder?
Abgesehen davon ist es interessant zu beobachten, dass Shanghai und Peking anscheinend unterschiedliche Arten von Ausländern anziehen.
Shanghai ist gerade modern für all jene die reich und berühmt sind oder es werden wollen. Wer nach Peking geht, hat meist einen anderen ansporn.
Um ein Zitat aus meiner Partynacht am Samstag an zu bringen: "Selbst die Franzosen sind cool in Peking."
Und das will was heißen ;)
Auch Peking ist nicht perfekt. Die Ausgangspläne in der U-Bahn haben sehr selten englische Beschriftungen, geschweige denn irgendwo sonst. Auch der Smog ist nichts was man unterschätzen sollte.
Seitdem sie zum Asiengipfel letztes Jahr künstlich den Smog entfernt haben, ist es zwar angeblich nicht mehr so schlimm wie früher, aber das heißt noch lange nicht, dass die Werte der Stadt sehr gesund für irgendjemanden wären.

Das Hostel:
Mein Hostel war diesmal sehr zentral gelegen. Für ca. 5,50€ die Nacht habe ich in einem gemischten Schlafsaal geschlafen. Das Gebäude des Hostels ist ein altes Houton Haus, eins der traditionellen Häuser in China, in denen früher mehrere Familien zusammen unter einem Dach gelebt haben. Dabei waren die Bereiche nicht nach Familien, sondern nach Generationen geteilt. Die Kinder schliefen in dem einem Bereich, die Eltern in dem anderen, die Großeltern wieder woanders und die Bediensteten hatten einen abgesonderten hinteren Bereich. Das coole an meinem Hostel war, dass es direkt in der Innenstadt lag und damit in 5min Laufentfernung zu verbotenen Stadt (auch wenn mir das auch nicht viel geholfen hat...). Aber auch andere Sehenswürdigkeiten waren so leicht zu erreichen. Und als es am Mittwoch unmenschlich früh auf dem Weg zum Flughafen ging, konnte ich mir ein  Taxi zum Airportexpress für 3,50€ nehmen. Mehr kann man eigentlich nicht verlangen :D
Zudem waren die Angestellten nett und haben mir sogar geholfen etwas im Internet zu bestellen. Wobei ich ihnen sogar das Geld in bar geben konnte und sie haben es dann für mich bezahlt. Ziemlich cooler service!
Leider habe ich anscheinend kein einziges Foto im Hostel gemacht, außer das eine Mal als ich mir Abends einen Burger geleistet habe, aber der war gut!



Das "Land"
Wenn ich die vergangenen drei Städte einer Rangliste zuordnen müsste, so wäre Hongkong definitiv auf Platz 1, Peking auf Platz 2 und Shanghai auf Platz 3.
Hongkong hat seinen Weg zwischen alt und neu beriets gefunden. Es gibt die ruhigereren traditionellen Ecken und trotzdem ist die Stadt nie sehr weit weg.
Shanghai ist auf dem Weg, ein Hongkong zu werden, aber ihm fehlt noch einiges der Touristenfreundlichkeit die man in Hongkong überall findet.
Außerdem ist es wesentlich weniger grün, aber dafür um einiges mehr bunt und leuchtend und selbst wer nichts von Architektur versteht, wie ich, ist fasziniert von den retrofuturistischen Bauten ( ;) ).
Peking ist die Stadt, die sich wohl das Meiste ihrer  Geschichte erhalten hat und damit mit ihren Tempel und Parkanlagen auch noch viel grün in mitten der Großstadt.
Der gesammte innere Ring besteht in vielen Fällen noch aus traditionellen chinesischen Häusern, den Houtons und erhalten damit den speziellen Flair der Stadt.
Aber auch Peking verändert sich rasant und wird immer moderner.
Meine Freundin erzählte mir, dass bei ihrem ersten Besuch vor fünf Jahren in Peking, gab es lediglich zwei U-Bahn-Linien, heute sind es 15!
"Die Partei" ist in beiden Städten überall präsent, sei es auf sämtlichen Geldscheinen oder an jeden Touristenshop an dem man irgendwas mit Maos Gesicht drauf kaufen kann.
In Peking kann man außerdem seine ausgestellte Mumie besichtigen, was ich aus stillem Protest, jedoch verweigert habe.
Ich habe das Land mit gemischten Gefühlen verlassen. Einerseits fand ich es sehr interessant und ich würde gerne einmal wieder kommen (und vllt. doch noch die verbotene Stadt sehen) andererseits habe ich bei soetwas immer ein mieses Gefühl in der Magengegend, dass mir so gar nicht gefallen will...

Samstag, 28. März 2015

Fazit Shanghai, Shanghai Fazit


Die Stadt:
Nachdem wir meine Beziehung zu Pudong an anderer Stelle bereits ausführlicher behandelt haben, möchte ich hier lieber über den allgemein Eindruck berichten.
Ohne mit Vorwürfen um mich werfen zu wollen, aber was als erstes auffiehl, nach dem Umzug von Hongkong nach Shanghai, war die allgemeine Unhöflichkeit. Da stehe ich, mit Koffer und großen Treckingrucksack an der U-Bahn Tür und möchte aussteigen und ich kann nicht, weil alle Menschen von außen versuchen sich rein zu quetschen.
Es ist eine Ellenbogen Mentalität, die sich auch durch den Rest der Stadt zieht. Versteht mich nicht falsch, es gibt auch einige Ausnahmen, wie die lieben Damen an der Rezeption in meinem Hostel oder die Mädels aus meinem Dorm und auch ein paar Fremde auf der Straße, aber überwiegend sind viele einfach nur Kackendreist.
Wenn du an einem Schalter anstehst, solltest du in Shanghai niemals Abstand halten. Was in Deutschland als höflich gilt um dem anderen nicht aufs Geld zu starren, ist hier das Symbol für Andere das du gar nicht wirklich anstehst.
Wenn man diese Regeln allerdings einmal für sich erkannt hat, wird das Leben einfacher.
Man muss einfach auch ein bisschen dreist sein. Dann höre ich halt zu, wie der Mann vorher seine Probleme dem Beamten erzählt, dann rolle ich halt jemanden meinen Koffer über den Fuß. Interessanterweise hat sicher darüber niemand beschwert.
Aber warum auch beschweren, wenn es doch nur das gewohnte Muster ist?

Auch abgesehen von den Menschen, ist Shanghai bei weitem nicht so Touristen freundlich wie Hongkong. Zwar gibt es auch hier überall WiFi der Regierung, allerdings muss man sich dafür mit seiner Handynummer registrieren und das funktioniert nur mit einer chinesischen SIM-Karte. Es gibt zwar auch immer noch andere WiFi wie in großen Shoppingcentern und Apple Stores in die man auch als Ausländer rein kommt, aber es ist doch sehr ärgerlich, da "iShanghai" wirklich überall vertreten ist.
Auch die U-Bahn ist noch nicht ganz auf dem Niveau von Hongkong. Es gibt zwar Karten die anzeigen, welcher Ausgang wohin führt, aber aus irgendeinem obskuren Grund, hängen die Meisten davon in den Bereich, dem man passiert, wenn man die U-Bahn schon verlassen hat und somit gar nicht mehr so viel Auswahl.
Und dann ist zu allem überfluss die Information auf der Karte auch noch in Chinesisch. Sehr hilfreich, wirklich...
Alles in allem fällt Shanghai in der Ausländerfreundlichkeit eher schlecht aus, was nicht behauptet das es eine schlechte Stadt ist.
Es gibt viel Geschichte und viele kleine interessante Ecken zu betrachten.
Ich mag Shanghai wirklich sehr. Sogar Pudong (oder zumindest die Skyline). Aber ich mag Hongkong einfach ein bisschen lieber.

Mein Hostel:
Mingtown oh Mingtown! Warum denn nur oh Mingtown!
Warum mussten sich unsere Wege trennen?


Nein jetzt mal im Ernst, mein Hostel in Shanghai? Total geil!
Abgesehen davon, dass ich bei den 4,50€ pro Tag nicht viel erwartet habe und es deswegen nur gut werden konnte. Die Räumlichkeiten wirken alle frisch, sauber und liebevoll eingerichtet. Es hat alles einen kleinen femininen Touch, aber das ist wohl nichts worüber ich mich jetzt beschweren würde. Die Zimmer bieten genug Platz um von jedem sein Zeug unter zu bringen und die Betten sind auch sehr groß.


Aber wie bei jeder großen Liebe, gibt es auch hier kleine Probleme wenn man genauer hinsieht. Die Matratzen der Betten sind so dünn, dass es sich schon fast so anfühlt, als würde man auf purem Holz schlafen. Ich bin generell mehr mals in der Nacht aufgewacht, weil mir irgendwas weh tat und ich mich umlegen musste...
Wenn ich hier länger bleiben müsste, würde ich definitiv nach einer Zusatzmatratze oder Decke fragen, aber für die paar Tage konnte man auch so überleben.
Die Andere Problemzose war die Dusche. Leider hat bei der Konstruktion jemand vergessen, dass man in eine Hosteldusche im Durchschnitt nicht nackt rennt, sondern Kleidung dabei hat, die auch am Besten nicht nass werden sollte. Der Einzige "sichere" Abstellplatz wäre draußen auf dem Gang gewesen, an dem jeder vorbei kommt.
Aber auch hierbei haben sich die unterschiedlichensten Lösungen gefunden.
Meine eine Mitbewohnerin zum Beispiel, hatte eine große schwarze Tüte in der sie alle ihre Sachen während des duschens unterbringen konnte.
Andere, wie ich, haben sich schlicht darauf beschränkt den Hahn und nicht nen Duschkopf zu benutzen. Dadurch wird das Duschen zwar unbequemer, aber man wird trotzdem sauber und das Wasser spritzt nicht so sehr, so das man imer noch Dinge mit hinein nehmen kann.
Und mein dritter Meckerpunkt: Auch sie wollten eine Deposit von 100Yuan. Ich habe ja nichts dagegen, wenn sie eine haben wollen, aber sagt das doch einfach vorher! Was ist daran so schwer?

Freitag, 27. März 2015

SH Tag 3: verschlossene Pilgerstättet

Heute hatte ich mir fest vorgenommen schlauer zu sein als gestern und einfach Metros und Taxis zu benutzen um mich nicht mehr ganz so sehr zu verlaufen wie gestern.
Sagen wir es so, es hat teilweiße funktioniert? Vielleicht? Ein bisschen?
Wenigstens habe ich heute rausgefunden, warum ich mich andauernt verlaufe!
Normalerweise hab ich nämlich nen ziemlich guten Orientierungssinn...
Das Problem ist meine Karte!
Ja, ja, Ausrede, ich weiß... Aber wirklich! Ich habe nämlich rausgefunden, dass fast jede Straße alle paar Querstraßen ihren Namen ändert. Problem: Meine Karte zeigt nur einen Namen an. Ich laufe also, auf der Suche nach einer bestimmten Straße, und sie kommt und kommt nicht. Die Folge: ich laufe in irgendeine andere Richtung weil ich denke ich bin falsch und merke erst ewigkeiten später, dass ich vor langer Zeit an meiner Straße vorbei gekommen bin.

Um dieses Problem nun zu umgehen, ging es heute zu allererst zum Jing'an Tempel, mit dem Taxi. Jing'an ist der Tempel der Ruhe und des Friedens.
Pah! Eher der Tempel des Kommerzes! Mein 5 Jahre alter Reiseführer, hat den Eintritt für diesen Tempel noch mit 5 Yuan (70cent) angegeben, heute lag er bei 50(!!!) Yuan. Ich habe mich in Budapest geweigert so viel Geld für eine Synnagoge aus zu geben, ich weigere mich hier, es in einen Tempel zu stecken.
50Yuan sind viel Geld!
Um den Tempel herum und auch unterhalb(!) des Tempels, ist eine große Shoppingstraße. Von Ruhe und Frieden, also wirklich nicht mehr so viel zu sehen.


Vom Jing'an Tempel ging es tiefer in die französische Konzession zu einer Kirche die mir empfohlen wurde. Blöd nur, dass sie zwischenzeitlich zu war und erst zum Gottesdienst um 18Uhr wieder geöffnet hätte. Außer, dass ich mich auf dem Weg dorthin mal wieder verlaufen habe, ist dazu so wirklich nicht viel mehr zu sagen. Wie in Deutschland, habe ich immer nach den hohen Kirchtürmen ausschau gehalten, aber im vergleich zu den restlichen Wolkenkratzern, fallen diese natürlich nicht wirklich auf...



Die Kirche war direkt neben der Diözese von Shanghai. Und ob es nun zusammen gehört oder nicht, aber davor standen eine Reihe wirklich hübscher wirklich teurer Autos im Parkverbot. Es hat eine ganz eigene Art von Genugtuung zu sehen wie ein Maserati einen Strafzettel bekommt. ;)


Nach den Buddhisten und den Christen ging es nun weiter zum Konfizius Tempel. Ratet mal was ich auf dem Weg schon wieder getan habe... richtig, mich verlaufen...
Aber wenigstens habe ich hier endlich den fehler in meiner Karte gefunden und festgestellt, dass einige Straßen auch einfach ganz fehlen. Laut meiner Karte hätte der Tempel also in der großen Parallelstraße sein müssen.
Bis ich nun also schlussendlich vorort war, geschah mir das Selbe wie in Hongkong, sie schlugen mir die Türen vor der Nase zu.


Wie sagt Konfuzius doch immer so schön? Ach fragt mich nicht, ich kann keins seiner Zitate.
Zwei Kirchen und ein Heiliger(?) später, fehlt nun nur noch eins um das Bild von China perfekt zu machen. Die Gründungsstätte der KPCh, der kommunistischen Partei China. Wie mir mein Reiseführer zu flüstert, wurde hier am 23.07.1921 die KPCh gegründet. Was wohl aber nicht ganz richtig ist. Angeblich gab es die Partei bereits seit 1920, aber da damals Mao noch kein Mitglied war, wird dieses Jahr geflissentlich ignoriert. Auch wurde an diesem Punkt in Shanghai gar nicht der Gründungsbeschluss zustande, da die Versammlung von der Polizei gestürmt wurde und die Mitglieder nur knapp entkamen. Aber die Partei will was die Partei will. Und wenn sie sagen am 23.7.1921 wurde hier die Partei gegründet, dann wurde sie das. PUNKT.
Da ich der Partei aber nicht umbedingt auch noch Geld zustecken möchte, habe ich mir den Entritt erspart und habe mir dieses Gebäude lieber nur von außen angesehen.



Vier Pilgerstätten, vier mal kein Eintritt. Und als wäre dies alles noch nicht genug, hatte es inzwischen zu regnen begonnen und die Taxis weigerten sich mich mit zu nehmen...
Entweder es war die falsche Richtung oder es war ihnen nicht weit weg genug oder sie waren eh gerade besetzt... Bis ich so schlussendlich zu Fuß Zuhause war, war ich von Kopf bis Fuß nass...
Zum Glück war es noch vor Mitternacht, so das es noch heißes Wasser zum duschen gab.
Jetzt sitze ich mit einigen anderen Ausländern zusammen in dem Café in meinem Hostel und sippe an meiner heißen Schokolade während wie über Gott und die Welt reden.
Morgen muss ich schon wieder um 7 aufstehen um rechtzeitig am Flughafen zu sein...
Peking! Mein letzter Stop vor Japan!

Mittwoch, 25. März 2015

SH Tag 2: Gestern neu, heute alt

Kennt ihr das, wenn ihr eigentlich richtig seit und eigentlich auch wisst das ihr richtig seit, denn irgendwann habt ihr euch ja aus einem bestimmten Grund für diesen Weg entschieden und dann auf einmal glaubt ihr seit Falsch und in die komplett andere Richtung lauft, nur um eine Stunde später zu merken, dass ihr nun falsch seit und vorher richtig wart? Nein? Nur ich? Ok...
Nicht ganz durch gesehen? Kein Problem... Dieser Satz war ungefähr so umständlich wie mein hin und her und im Kreis gelaufe heute den ganzen Tag.
Irgendwie konnte ich heute nicht einmal von einem Punkt zum Anderen gelangen, ohne mich zwischendurch "ein bisschen" zu verlaufen.
Was jetzt nicht umbedingt soooo schlimm ist, da ich auf diese Art heute kreuz und quer durch die Altstadt gelaufen bin und sie so ausführlich bewundern konnte.

 
Sie hat wirklich noch mal ein ganz anderes Flair als der Rest der Stadt und ich finde es schade, dass mein Reiseführer sagt, dass sie wohl auch in naher Zukuft Stück für Stück abgerissen werden soll um noch mehr Hochhäusern platz zu machen.
Ich mag Hochhäuser ja und ich mag den Retrofutoristischen Style der Hochhäuser hier in Shanghai, aber ein bisschen Charme darf man sich bei all der Modernität ruhig noch zugestehen.
In der Altstadt liegt unteranderem die Dongtai Road, die im Grunde genommen, aus einem langem Flohmarkt besteht. Ich habe jetzt Mitbringsel für meinen Vater und für beide Brüder.

Hey Lui! Kleiner Test ob du das hier liest: wenn du errätst was es ist, bekommst du einen Bonus ;)

Der Flohmarkt war echt wirklich cool und ich glaube, mein Vater könnte sich dort dumm und dusselig kaufen, wenn man ihn lassen würde. Gut, ich gebs zu, ich auch... aber dazu reicht leider mein Budget nicht aus. Einfach schon deshalb, weil sie mich sehen und mir gleich den dreifachen Preis aufquatschen wollen...



Mit ein bisschen handeln, konnte ich sie aber zumeist wenigstens auf einen Preis runter bekommen den ich mir leisten konnte/wollte. Jetzt muss ich nur noch dafür sorgen, dass es nicht kaputt geht.
Zwischendurch habe ich übrigens zwei liebe Chinesinnen getroffen, die mich gefragt haben ob ich ein Foto von ihnen machen kann. Was ja prinzipiell kein Problem wäre, wenn sie es nicht auf chinesisch gefragt hätten. Wie sie mir danach erklärten, sehe ich anscheinend Chinesisch aus.
Öhm... ich glaube nicht? Ich sags ja, komische Chinesen...
Danch ging es mal wieder im zick-zack-Muster durch die Altstadt auf der Suche nach der "Shanghai Old Street" und theoretisch auch dem Yuyuan Garden.
Die Old Street hab ich dann übrigens sogar noch gefunden.


Da sie allerdings nicht aus einer Straße sondern aus mehreren Straßen und Seitenstraßen besteht, bin ich mir nicht sicher ob ich am falschen Ort für den Garten war oder ob das Tor dorthin einfach nur zu, weil es zu spät war. Ohne Handy/Uhr fehlt mir auch irgendwie das richtige Maß für Zeit bei solchen Dingen.
Die Old Street war allerdings ein Erlebnis für sich. So viele Massen an Touristen und dazugehörige Shops und Straßenverkäufer und noch ein paar mehr Touristen.
Aber wenigstens sind die Gebäude auf Alt-Chinesisch gemacht und sehen hübsch aus.



Im Moment sitze ich mal wieder in meinem Zimmer und versuche raus zu finden, wie ich doch endlich mal wieder diese Beiträge auch hochladen könnte.
Wenigstens bin ich heute mal früher wieder zurück, so das gerade auch meine Mitbewohnerinnen Zuhause sind und ich mich mit Ihnen unterhalten kann ;)
Es sind alles sher nette Mädchen, auch wenn nur eine von Ihnen fließend englisch spricht und leider keine von ihnen Ahnung von Proxys oder VPNs hat.


P.S.: Ich habe heute übrigens rausgefunden, dass es eine Internetseite gibt, auf der die chinesische Polizei gefundene Gegenstände postet. Mein Handy ist bisher noch nicht dabei, aber vllt. sollte ich in die Nanjing Road gehen und versuchen an das iPhone6 zu kommen, dass dort verloren wurde?

SH Tag 1: Pudong hasst mich

Irgendwie begann alles bereits vor einigen Tagen, als ich auf dem Weg von Osaka nach Hongkong nicht wie geplant am Hongqiao Flughafen in Shanghai (SHA) umstieg sondern in Pudong. Und prompt hatte mein Flug Verspätung...
Das Selbe wiederholte sich dann gestern, als ich eigentlich über den SHA nach Shanghai fliegen sollte, mein Flug dann allerdings doch nach Pudong flog... und Karma... der Flug hatte mal wieder Verspätung. Dann verlor ich zwischenzeitlich auf dem Flughafengelände auch noch meinen Pass und meine Nerven und bis ich schlussendlich im Fllieger saß, war ich einfach nur noch kaputt.
In Shanghai selbst lief der erste Abend eigentlich ganz ok. Ich bin mit der Metro in die Innenstadt gefahren und von dort aus habe ich mir das Taxi zur Herberge einfach mal gegönnt (2€). Ich hatte wirklich wirklich wirklich keine Lust, schon wieder mit den Koffern in der Gegend rum zu irren.
Der Taxifahrer hatte allerdings keine Ahnung wo ich hin wollte und hat mit mir und 5 anderen Passanten erst mal 10min lang rum diskutiert wo das wohl sein könnte.
Ihr kennt das, wenn in Deutschland einige Menschen mit Ausländern immer lauter sprechen, wenn diese sie nicht verstehen? Mein Taxifahrer war genau so.
Um so mehr ich ihn verwirrt ansah, wenn er mir was auf chinesisch sagte, um so lauter wurde er. Irgendwann wollte ich nur noch zurück schreien: "Ich spreche kein Chinesisch, ICH BIN NICHT TAUB!".
Aber putzig war er trotzdem~
Den ersten Abend habe ich dann Standartmäßig damit verbracht die nähere Umgebung zu erkunden und mir an irgendeinem Straßenstand was zu Essen zu kaufen.


Der heutige Tag begann eigentlich auch ganz gut. Ich bin irgendwann aufgewacht, habe meine Reiseführer konsultiert und mich dann für eine Route für den Tag entschieden.

Als erstes ging es zum Bund, dem vorzeige Hafen der europäischen Besatzungsmächte in Shanghai.
Der Bund ist ein komischer Ort. Einfach weil so viele verschiedene Kulturen und Epochen auf einem Punkt versammelt sind.
Wenn man mit der Fährstation im Rücken steht und nach links sieht, sieht man die alte Häuserfront der Europäer, die so auch in jeder anderen Großstadt Zuhause vorkommen könnten. Mich persönlich hat es sehr an Budapest erinnert. Es gibt sogar einen Glockenturm, den Big Ching, der an den Big Ben in London erinnern soll.


Sieht man nun gerade aus, sieht man am Ende der Prommenade das rießige eckige weiße Mao-Denkmal, das groß (und hässlich) dort am Ufer steht.


Und wiederum weiter nach rechts, weg von Mao und den Europäern, sieht man über dem Fluss hinweg, die Skyline von Pudong.


Um meinen Reiseführer zu zitieren:
"Die Skyline von Pudong ist das Symbol für das neue China. Der Stil: Retrofuturismus. Sie sieht aus, wie wir uns die Zukunft vorgestellt haben, als wir noch an sie glaubten."
Retrofuturismus, mein neues Lieblingswort. :D

Nach dem Bund ging es die Nanjing Road hinunter eine große touristische Shoppingstraße mit vielen Lichtern und Geschäften die wir auch alle von Zuhause kennen. H&M, Uniqlo und ganz vielen anderen Mist. Aber immer mal wieder gibt es ein paar Seitenstraßen, die sehr interessant aussehen und in denen fast ausschließlich Chinesen verschwinden.
Ratet wo ich mein Mittagessen gefunden habe ;)


Es ist natürlich nicht alles schlecht auf der Nanjing Road. Es gab zum Beispiel auch einen M&M World-Shop und ausländische Marken wie Sephora, die ich so nicht in Berlin finden kann.


Und es gibt kleine mini Busse, die die Straße für 5 Yuan (80cent) pro Strecke rauf und runter fahren.


Pünktlich nach Sonnenuntergang war ich dann wieder zurück am Bund um mir die Nächtliche Skyline an zu sehen. Wirklich wirklich wirklich sehenswert!


Und dann kam das was ich warscheinnlich besser hätte bleiben lassen sollen. Ich bin mit der Fähre rüber nach Pudong gefahren...
Die Aussicht von diesen rießigen Gebäuden soll angeblich unglaublich sein und die meisten haben Observationdesks oder was noch viel besser und lustigerweise billiger ist: Bars.
Für den selben Preis den man als Eintritt für einige der Aussichtsplatformen zahlt, kann man in anderen Bars, die genau so hoch sind gemütlich zwei Cocktails trinken.
Versteht mich nicht falsch, der Plan ging auf. Die Bar war toll, die Aussicht fantastisch und der Drink war ebenfalls wirklich wirklich gut.


Das einzige was die Aktion so deprimierend gemacht hat, war die Tatsache, dass ich, während ich gemütlich meinen Cocktail trank, festgestellt habe, dass mein Handy weg ist.
Nachdem ich ausgetrunken hatte, hab ich mich also gleich auf den Weg gemacht und bin meine gesammte Laufstrecke auf Pudong noch einmal rückwärts gelaufen, in der Hoffung es liegt irgendwo im Gebüsch. Wie ihr eventuell meiner aktuellen Laune entnehmt, nein... lag es nicht. Das ganze hin und her irren und Menschen fragen, hat mich allerdings so viel Zeit gekostet, dass zu dem Zeitpunkt als ich mich endlich wieder auf den Weg auf die andere Seite machen wollte, ich feststellen durfte, dass die Metro in Shanghai um 23Uhr aufhört zu fahren.
Also Bus. Aber welchen? Und wo wohne ich überhaupt? Die Adresse ist in meinem Handy...
ich wusste noch das ich in der Nähe des People's Square wohne, einem sehr großen Platz und eine Haltestelle von DREI U-Bahn Linien. Keiner jedoch der FÜNF Busfahrer die ich gefragt hatte, wussten wo das ist... Bzw. kannten den englischen Namen...
Also Taxi. Und wieder das gleiche Spiel. Die ersten zwei, haben einfach rundheraus nein gesagt, der dritte hat sich zumindest meine Karte angesehen und dann entschieden, dass er mich mit nimmt.
Im Taxi hatte ich Glück im Unglück. Der Taxifahrer fuhr auf dem Weg zum People's Square fast direkt an meinem Hostel vorbei und dank meinem umher gelaufe am Abend zuvor, habe ich die Nachbarschaft wiedererkannt. YAY!
Er war ein bisschen verwirrt, warum ich auf einmal so plötzlich raus wollte, aber hey! Damit kann ich leben.
Und nun sitze ich Aufenthaltsraum meines Hostels und habe gerade meinen Eltern eine Mail geschrieben um sie davon in Kenntnis zu setzen, dass sie mich nur noch über E-Mails erreichen können, denn irgendwie funktionieren sämtliche Proxyprogramme die ich mir für den Laptop besorgt hatte, in diesem Land nicht...
Morgen darf ich dann mit der Polizei telefonieren, in der Hoffnung, dass es doch irgendwie irgendwo noch auftaucht, aber große Hoffnungen habe ich nicht wirklich...
Die nette Frau vom Hostel hat auch nur mitleidig mit dem Kopf geschüttelt...